Donnerstag, 20. August 2015

Ein Brief an die Modeindustrie

Liebe Designer, wir müssen uns unterhalten. Und zwar dringend.

Das was ihr uns als Mode verkaufen wollt, stinkt. Bis zum Himmel.
Wann haben wir uns so sehr auf die bestimmten Stereotypen fest gelegt? Seit wann müssen Mädchen rosa herum laufen, seit wann steht JEDER Junge auf U-Boote und Autos? Wann sind Farben wie gelb, orange, grün und grün von eurem Radar verschwunden? Seit wann sind Waldtier-Motive nur was für Mädchen und seit wann dürfen diese keine Autos mehr mögen?
Wann ist das passiert?
Das Sommerkind ist ein normaler Junge. Er steht auf Autos, Eisenbahnen, Superhelden und Lego. Seit Neusten besonders auch auf Ninjas. Er steht auf Disney Filme (im Moment ganz groß: Die Eiskönigin), auf Katzen und Hunde, auf die Farbe Gelb. Er spielt mit Puppen und Kuscheltieren, wie er mit Lego spielt. Er mag meine langen Haare frisieren, findet meine hohen Schuhe unheimlich toll und wünscht sich eigentlich im Geheimen auch ein Baby zu bekommen. Er tobt durch den Spielplatz wie ein Wirbelwind, kämpft mit der besten Freundin und kuschelt und knutscht anschließend mit ihr.
Er passt in keine Schublade, in keine Kiste und schon gar nicht zwischen Klischees.
Warum also, liebe Modeindustrie, wollt ihr ihn in eine quetschen? Warum wollt ihr Allgemein Jungs und Mädchen in Schubladen quetschen? Warum produziert ihr nur Monsterdrucke auf Blau und Kätzchen auf Rosa?
Warum nicht mal Monster auf Rosa und Kätzchen auf Blau? Oder auf Gelb? Oder auf Grün? Warum muss alles nach Klischee laufen? Jungs freuen sich ebenso über ein T-Shirt mit bunten Punkten, wie Mädchen sich über Pullover mit U-Booten freuen.
Und wisst ihr was?

Vielleicht, ganz vielleicht, kann es passieren, wenn ihr eure Kinderstereomode aufgebt, dass sich die Klischeevorstellungen von Jungen und Mädchen in unseren Köpfen damit auch auflöst.

Dienstag, 4. August 2015

Die fünf-Jahre-Marke

In zehn Tagen bin ich ein halbes Jahrzehnt verheiratet. Das schoss mir heute durch den Kopf und für einen Moment saß ich ganz verblüfft da.
Ein halbes Jahrzehnt.Das sind 20% meines Lebens. ~28% meines Erwachsendaseins.
Für mich, meines Zeichens unbeständiger und ruheloser Geist, ist das eine ganze Menge.
Fünf Jahre ist mein (unserer) Sohn nun alt.
Fünf Jahre bin ich mit meinem besten Freund und großen Liebe verheiratet. (Das heißt wir sind nun über sieben Jahre zusammen!)
Seit fünf Jahren hält mein Mann meine Macken und Marotten (davon gibt es einige), meine Fehler und meine Ecken und Kanten aus. Seit fünf Jahren geht er mit mir durch Dick und Dünn, macht mit mir die schlimmsten Zeiten (seine und meine) durch.
Ich bin in meinem Leben von vielen Menschen verlassen, verletzt und im Stich gelassen worden. Für mich ist es etwas besonderes, wenn jemand wirklich zu mir steht.

In diesem Sinne, Danke. Danke dir, für all die Jahre. Danke dir, dass du mich noch auf so viele Weitere begleiten wirst.

Und Danke. Einfach Danke für alles.
Danke, dass du in meinem Leben bist.

Dienstag, 28. Juli 2015

Tagebuchbloggen 28.07.2015

Es ist 6:30 Uhr und Zeit zum Aufstehen. Der Wecker klingelt erbarmungslos und leise stoße ich unwirsche Flüche aus. Ich bin müde. Die Nacht war nicht meine, obwohl das Sommerkind bei der Oma schlief. Schlafen konnte ich trotzdem kaum und wachte im Stundentakt auf.
Ich höre wie mein Mann sich neben mir aus dem Bett bequemt und mich weckt. Ich mag nicht aufstehen und ziehe mir, als er ins Bad tappst, die Decke wieder über den Kopf.
Fünf Minuten mag ich noch dösen.
Und aus fünf Minuten wurden natürlich fünfzehn. Die Uhr schlägt knapp sieben, als mein Mann wieder nach mir sieht. Gleichzeitig erinnert mich mein Kopf daran, dass heute ein Vorsorgetermin bei der Frauenärztin ansteht. Baby-TV.
Gnarf. Müde.
Ich brauche jeden Morgen meine Minuten und gerne werden diese Minuten auch mal Stunden. Ich gebe meinem blöden Blutdruck die Schuld.
Ich bequeme mich aus dem viel zu warmen und viiiiiiel zu bequemen Bett. Ab zum Fertig machen. Aber erstmal Frühstück.
Meinem Mann winke ich heute früher hinterher. Heute steht für ihn ein wichtiger Termin an und ein wenig Sorge mache ich mir schon um ihn...
Knäckebrot mit Frischkäse steht heute auf dem Speiseplan, während ich nebenbei eine Folge Teen Wolf mir anschaue. Spannend wird es und deshalb muss ich mich auch sputen mich fertig zu machen. Also ab Haare machen, Katzenwäsche mit Zähneputzen und Anziehen. Lustig was man alles gleichzeitig machen kann!
Im Regen stiefel ich in Richtung Frauenarzt und bei dem Anblick der nassen Leute um mich herum, freue ich mich sehr über meinen Schirm. Nass werden ist nämlich doof.
Beim Frauenarzt angekommen werde ich gleich zum CTG geschickt. Wehentätigkeit und so... Wäre ja jetzt nicht gut. Eine halbe Stunde später als üblich lag ich da heute. Warum? Man hatte mich vergessen!
Nach dem Blutdruckmessen ging es ab zur Ärztin.
Alles super beim Winterkind. Tritt ordentlich (auch gegen die Hand der Ärztin...) und sonst stimmt alles.
Einzig meine Migräne macht ihr Sorgen. Mit frischen Tipps gegen diese geht es zurück.
Vorher: Brief zur Post bringen und einkaufen.
Mühsam schleppe ich die Einkäufe ins dritte Stockwerk, als ich auch mein Telefon höre. Mist!
Mit Ach und Krach schaffte ich es noch und dran war die liebste Spielfreundmama des Sommerkinds.
Sie komme uns heute nach dem Mittagsschlaf des Kleinen besuchen. Uiuiuiui<3!
Also rufe ich die Oma an und kurze Zeit später hatte ich das Sommerkind hier.
Im Moment ist das Sommerkind eher mein Sorgenkind. Ich spüre, das ihn irgendwas belastet, aber so richtig können weder er noch ich den Finger drauf legen. Ich mag da auch nicht solange mit dem Finger drin bohren, bis er mir das sagt. Das tut er auch so irgendwann.
Also schmeiße ich erstmal eine Runde Kakao und Kuschelstunde. Mamazeit und so.
Während das Sommerkind in seinem Zimmer seine eigene Legowelt zusammen baut, schmeiße ich den Haushalt.
Woher bloss all die Staubmäuse kommen?
Gegen 12 Uhr erinnert mich das Sommerkind an das Mittagessen. Er hatte sich Kartoffelsuppe gewünscht.
Sein Wunsch, mein Befehl.
Zusammen schälen wir Kartoffeln und schnippeln das notwendige Gemüse klein. Ich zeige ihm, wie man vorsichtig mit einem scharfen Messer umgeht und ganz alleine (unter Mamas Argus-Augen!) werden die Karotten von ihm zerkleinert. Klappt super!
Anschließend gibt es Essen.
Das Sommerkind schafft unglaubliche drei Teller. Und das obwohl er mehr wie ein Spatz sonst isst. Wachstumsschub?
Anschließend wird eine Runde Lego geschmissen und ich irgendwann von ihm aus dem Zimmer.
Alleinespielenwollen.
Gut! Ich verkrümmel mich auf das Sofa und schaffe drei Folgen Teen Wolf, ehe die liebste Spielfreundmama samt Nachwuchs klingelt.
Zusammen verbringen wir schöne Stunden, während die Kinder um uns herum toben. (Ich bin sehr sehr froh, so nette Nachbarn zu haben!)
Als die liebste Spielfreundmama nach Hause geht, kommt auch mein Mann von der Arbeit nach Hause. Zusammen essen wir und unterhalten uns über unseren Tag. Ich genieße diese Zeit immer sehr und sie ist wichtig für mich.
Das Sommerkind hatte keinen Hunger und zog es vor, danach lieber zu kuscheln. Eindeutig Wachstumsschub und Kummer. Mmphf.
Anschließend geht es für das Sommerkind ins Bett und Mama hat Zeit zum Bloggen <3


- Michaela

Montag, 27. Juli 2015

Alles doof

Heute ist alles doof.

Das Sommerkind ist knatschig. Die Nacht war nicht so toll für ihn. Immer wieder ist er durch das Gewitter aufgewacht und konnte nicht wieder einschlafen. Erst um vier, als das Gewitter aufgehört hat, gelang es ihm. Und dann legten die Bauarbeiter um acht Uhr los und machten einen Heiden Lärm.
Das Sommerkind ist unausgeschlafen, müde und quengelig. Alles doof.
Dazu ist ihm langweilig. Es regnet draußen und keiner der Freunde hat Zeit. Zwar darf er heute bei Oma schlafen, aber Oma ist erst heute Mittag darf. Also muss er warten.
Warten und Langeweile sind doof zusammen. Man mag keine CD mehr hören. Lego bauen ist auch alleine doof. Ritter sein auch. Und überhaupt ist gerade alles spielbare doof.
Mama muss auch Haushalt machen, die hat gerade keine Zeit. Gemeinheit sowas. Alleine basteln bringt kein Spaß. Dazu sagt Mama Fernseh-Zeit ist vorbei und hat ausgemacht. Auch doof.

Heute ist alles doof.

Und Mama hat den Haushalt nun liegen gelassen und ordentlich das Sommerkind bespielt und bespaßt. Nun ist nicht alles doof.
Montage und Kita-Ferien sind trotzdem doof!

Freitag, 24. Juli 2015

[Serientipp] Jane the Virgin - Maria war gestern.

Mit iZombie habe ich euch ja schon die Postreihe [Serientipp] eingeläutet. Jedesmal wenn ich eine interessante Serie finde, stelle ich sie euch hier vor. Und damit ich nicht wieder zu viel labere, geht es auch sofort weiter. Und zwar mit -dömdömdöm-


Jane the Virgin!

Als Jane Villanueva (Gina Rodriguez) noch klein war, hatte ihr ihre Großmutter beigebracht, dass man zwar vieles reparieren kann, die Jungfräulichkeit aber keine der Dinge war. Und Jane hatte sich auch immer an den Rat gehalten, denn...
Jane hatte sich ihr Leben komplett und total anders vorgestellt. Erst das Lehrerstudium beenden, dann Heiraten und erst dann Kinder. Den Richtigen hatte sie schon mit Michael Cordero Jr. (Brett Dier) gefunden. Der Rest.. naja...
Doch es muss kommen, wie es kommen muss. Jane wird schwanger. Und das als Jungfrau! Wie? Durch einen dämlichen Fehler der Ärztin Luisa Alver (Yara Martinez). Die zufälligerweise auch die Schwester von Janes Boss und ehemaligen Schwarm Jane's Rafael Solano (Justin Baldoni) ist. Um das ganze Schlammassel vollständig zu machen, ist Rafael auch unglücklich mit Petra Solano (Yael Grobglas) verheiratet, die eigentlich schwanger werden wollte. Und das ganze Sahnehäubchen darauf ist:
Petra hat eine Affäre mit dem besten Freund von Rafael und Janes Verlobter Michael, der zufälligerweise Polizist ist, weiß davon.
Ihr kommt noch mit? Gut! Nun versucht Jane mit Hilfe ihrer Mutter Xiomara Villanueva (Andrea Navedo) das alles irgendwie durchzustehen. Doch dann tritt Janes Vater auf den Plan, von dem Jane bis jetzt keine Kenntnis hatte...

Warum unbedingt ansehen?

Hier das ultimative Rezept für eine verdammt gute Serie.

100g Spanische Telenova
200g Hollywood
125ml Schauspielerisches Talent
1 Messerspitze Latina-Charme
1 Esslöffel Humor

Alles gut vermischen und bei 200°Grad im Ofen 45 Minuten schmoren lassen. Am besten in Ruhe genießen und sich dabei köstlich amüsieren!

Nicht nur der Charme einer spanischen Vorabend-Serie spielt hier eine große Rolle, nein auch der Humor wird hier groß geschrieben. Kaum ein Auge bleibt trocken bei den witzigen Dialogen. Und wer sich davon nicht beeindrucken lässt, den wird der Off-Sprecher gefallen, der gerne den geneigten Zuschauer über die Sachinhalte aufklärt. Beim Probeschauen (Natürlich opfere ich mich für euch, ich arme Socke, ich!) konnte ich mir das ein oder andere amüsierte Kopfschütteln nicht verkneifen. Denn mal ändert sich der Plot einfach komplett anders oder es wird gekonnt überzogen! 
Ich sage Gina Rodriguez bekam ihren Golden Globe nicht umsonst für ihre Rolle und klatsche gerne Beifall mit. Denn gekonnt ist gekonnt!

Aktuell läuft die Serie übrigens jeden Montag um 20:15 Uhr auf Sixx. Einschalten also!


Mittwoch, 22. Juli 2015

Ein Brief an das Sommerkind

Hallo Du.

Hallo Du, du mein Weltenträumer. Mein Mäuschen. Mein Träumerle. Mein Luftschlossgucker. Mein Baumeister. Mein Sandkastenkind. Mein Baby. Mein Räuber. Meine Leseratte. Mein Herzensdieb. Mein Großer. Mein Kleiner.

Hallo Du, mein Kind.

Gerade liegst du neben mir, tief und fest schlafend. Vor zehn Minuten habe ich dich durch die Wohnung gescheucht. Mit dir Pirat und Dieb gespielt. Mit dir in deinem Ritterzelt gekuschelt und nach Monstern gelauscht. Mit dir Legoschlachten geschlagen und deine Kuscheltiere verarztet. Ich habe mit dir gerade gekuschelt, gespielt, gelacht, getobt, gelebt. Nun bist du alle. Fix und fertig und schläfst den Schlaf der Gerechten. Und ich sitze hier neben dir und betrachtete dich stolz.
Du bist so groß geworden. So selbstständig. Du tust viele Dinge mit einer solchen Selbstverständlichkeit, die mich jedes Mal auf das Neue beeindruckt. Dir fällt es leicht auf Menschen zuzugehen. Dir fällt es leicht Freundschaften zu schließen. Du liebst es deine Freunde zu treffen, mit ihnen Stundenlang zu spielen. Du bist stolz und mutig. Du erzählst mir Geschichten von deinen Abenteuern. Erzählst mir von Monstern und Geistern. Von Rittern, Bösewichtern und Prinzessinnen. Du liebst es auf den Spielplatz zu gehen und bist jedes Mal enttäuscht, wenn es regnet. Du malst die tollsten Kunstwerke und ich bewundere jedes einzelne von ihnen.
Du gehst alleine auf Toilette, ziehst dich alleine an, machst dir sogar schon dein Brot selber. Und mir... Mir geht das alles ein wenig zu schnell. Du bist doch noch mein Baby. Du bist mein kleines süßes Kind und ich will dir doch helfen. Ich will dir dein Leben leichter machen, aber du bist dann dickköpfig. Du sagst zu mir "Kann ich alleine" oder "ich machen!" und probierst es solange, bis du es schaffst. Und wenn du für einen Knopf zehn Minuten brauchst. Du willst dich durchsetzen, deine Meinung teilen und auch mal, das es nach deiner Nase geht. Und ich finde es grandios. Ich finde es toll, wie du versuchst dich durchzusetzen. Dein Handicap macht es dir nicht immer leicht, weil dich häufig die Anderen nicht verstehen. Aber du gibst nicht auf. Du wiederholst es so lange, bis auch der Letzte dich verstanden hat und erst dann bist du zufrieden.
Du und ein Handicap, ihr beide könnt langsam miteinander. Du lernst dich auszudrücken, dich verstehen zu geben und langsam, ganz langsam tut man das auch.

Ich bin so stolz auf dich. Auf alles was du tust. Auf jeden einzelnen Streich, auf jedes einzelne Lachen, jede Träne. Weil ich weiß, dass es langer Weg für uns war und ich weiß, dass wir den letzten Rest auch noch zusammen gehen können.
Und ich freue mich schon sehr auf den letzten Rest.

In Liebe,

deine Mama

Montag, 20. Juli 2015

Das mit dem "Ich muss mal"

"MAMAAAAAAAAA! Ich muss mal!"

Die wohl gefürchtesten vier Wörter im Leben einer Mutter. Gleich nach "Mama, ich bin schwanger" und "MAMA! GUCK MAL!". Wobei der Satz "Mama, ich bin schwanger!" werde ich bei meinen Sohn wohl nicht hören. Dafür aber "Mama! Ich werde Vater.".

Ich hetze mit dem Kind unter dem Arm durch das Kaufhaus. Ich weiß irgendwo hier war eine Toilette. (Seit ich mit dem ersten Kind schwanger war, kenne ich jede Toilette in jedem Einkaufszentrum.) Mein Sohnemann, stolze fünf Jahre, tippelte schon und kurzerhand nehme ich das Kind auf den Arm und lege einen Sprint hin, als wäre ich bei der Formel 1 und Schumacher persönlich. Erst links, dann nochmal links, rechts, rechts, geradeaus, rechts.
In weiter Entfernung sehe ich das Licht im Tunnel aka Toilettenschild. Ich sprinte darauf zu (in einem beträchtlichen Tempo für eine Schwangere im 5. Monat mit einem Kind untern Arm), werde gewiss geblitzt, weil ich das Tempolimit knacke und endlich, endlich stehe ich vor der Toilettentür mit dem Sommerkind.
Eben dieses wird hastig in die Toilette geschoben und ich hinterher (seit wann sind die Kabinen so eng geworden? Egal! Luft anhalten, Bauch einziehen und durchquetschen) und das Kind auf den Pot gesetzt.
"Ich muss gar nicht," werde ich breit angegrinst.
Ich hätte ihn den Hals umdrehen können...

Montag, 6. Juli 2015

Trichotillomanie. Eine Krankheit mit vielen Gesichtern

Neulich berichtete ich zu der Impulsstörung Trichotillomanie und schrieb ein wenig über meine eigene Kindheit. Heute mag ich euch ein wenig über mehr über meinen Umgang mit der Trichotillomanie berichten.

Häufig werde skeptisch angestarrt, wenn ich das Thema Trichotillomanie anspreche. Meistens wird nicht verstanden, worum es sich dabei handelt und generell werde ich gefragt, wie es kommt das ich lange Haare und Trichotillomanie habe.
Ich denke, dass die meisten Menschen (sobald man sie über Trichotillomanie aufgeklärt hat) ein bestimmtes Bild von der Krankheit im Kopf haben. Sie stellen sich vor, dass ich keine Haare mehr haben müsste und ständig an meinen Haaren zerren und reißen müsste. Dabei vergessen sie aber, dass es unterschiedliche Stadien und Abstufungen in jeder Krankheit gibt. Vergleichbar ist es mit einer Erkältung. Eine Erkältung kann ein kleiner Schnupfen mit verstopfter Nase sein oder auch eine Erkältung mit Fieber, Gliederschmerzen und Erbrechen. Sie fällt je nach Situation unterschiedlich aus, und so ist es auch mit der Trichotillomanie.
Es gibt Momente in meinem Leben, da kann ich gut mit meiner Krankheit und meinem Stresslevel leben. Das sind die Momente in meinem Leben, wo ich mich selber gut kontrollieren kann. Diese Momente sind gut für mich, weil ich mich selber gut und ruhig fühle. Diese Momente sind nicht häufig in meinem Leben vertreten. Zu einem weil ich mich selber häufig innerlich unruhig fühle, zum Anderen weil ich ein Realist bin und ich weiß, dass mein Leben sich jede Minute ändern kann. 

Und dann gibt es Momente in meinem Leben, wo es nicht so gut läuft. Leider sind diese Momente recht häufig in meinem Leben. Ich habe mein Sorgenkind, meine Baustellen und ich bin leider viel zu ehrgeizig mit meinem Leben. Ein häufiges Problem.
Für mich ist die Trichotillomanie nicht nur das Haare rausreißen. Die Trichotillomanie zeigt sich auf vielen Ebenen. Ich schrieb in meinem letzten Post zu der Krankheit, dass meine Nerven in der Kopfhaut jucken, sodass sie mich dazu reizen meine Haare heraus zu ziehen. Es gibt aber noch mehr Formen. Bin ich angespannt, gestresst oder genervt berühre ich meine Haare häufig. Sehr häufig. Ich spiele mit ihnen, wickel eine Strähne ständig um meinen Finger. Ich berühre mit den Spitzen meinen Mund.
Ihr seht, es gibt unterschiedliche Formen. Das Rausreißen der Haare passiert mir nur in Extremsituationen. Dann wenn mein Leben komplett daneben läuft, wenn mich etwas sehr beschäftigt oder ich in meinem Kopf die Probleme wälze (Ich bin und bleibe ein Kopfmensch. Schon als Kind zerbrach ich mir den Kopf darüber, was ich gesagt habe oder wie ich auf andere Menschen wirke.).
Ich versuche es meinen Mitmenschen zu erklären, ihnen nahe zu legen, dass Trichotillomanie nicht nur aus Haarereißen besteht, sondern dass es eine Krankheit mit unterschiedlichen Gesichtern und Aspekten ist.
Und manchmal... glaube ich, das sie es verstehen. Das ich lange Haare UND Trichotillomanie haben kann.

- Michaela

Samstag, 4. Juli 2015

Neulich...

...stand das Sommerkind vor seinem Papa mit einem großen Legowunsch.

"Papa! Das mag ich und das mag ich. Und das mag ich."
*auf viele viele viele verschiedene Abbildungen des Legokatalogs deut*
"Kind, soviel Geld hat Papa gar nicht für all das!"
"Und Mama?"
"Mama auch nicht!"
"Mh. Aber ich hab Geld!"
"Ja. das hast du. Aber nicht genug für all das Lego."
"Dann verkauf ich meine Bilder!"
*Das Sommerkind holt sein Bild, dass er im Kindergarten gemalt hat und zeigt es Papa*
"Dafür krieg' ich Geld!"

Schlau, schlau, das Sommerkind.

Dienstag, 30. Juni 2015

Let's talk about: Trichotillomanie und warum niemand darüber spricht.

Quelle: Nichtlustig.de


Als ich zehn Jahre alt war, hatte ich die "schlechte Angewohnheit" an meinen Haaren zu kauen, wenn ich mich konzentrierte. Auch zog ich an meinen Haarsträhnen und spielte mit ihnen. Ich konnte nicht die Finger von meinen Haaren lassen. Meine Mutter, resolut wie sie war, reichte es irgendwann und so setzte sie die Schere an meine langen Strähnen. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass ich danach mehr Ähnlichkeit mit einem Jungen hatte. Die Haare kurz geschoren, so dass ich sie nicht mehr fassen konnte. Maximal fünf Zentimeter ließ sie mir, in der Hoffnung ich würde meine Finger von meinen Haaren lassen. Und tatsächlich ließ ich sie in Ruhe. Aber nur solange, wie alles in meinem Leben gut war. Wenn ich gestresst war, fing meine Kopfhaut an zu jucken und ich zupfte und kratzte und zerrte an meinen Strähnen herum, um Linderung zu bekommen. Es half nichts und so musste ich über die Jahre lernen, dass Jucken in Stresssituationen zu ignorieren. Mehr schlecht als recht gelang es mir und erntete häufig auch Schelte von Seiten meiner Mutter. Damals wusste ich nicht, warum sich meine Kopfhaut so aufführte.
Heute weiß ich, dass ich damals schon in meiner Kindheit die Impulskontrollstörung namens Trichotillomanie hatte.

Was ist Trichotillomanie?

Bei der Trichotillomanie (kurz Trich) handelt es sich um eine komplexe Impulskontrollstörung, bei dem sich der Betroffene die eigenen Haare ausreißt oder aber auch sich seine Kopfhaut zerkratzt. In den meisten Fällen handelt es sich um Kopfhaare, aber auch können die Haare unterschiedlicher Körperregionen (unter anderem Augenbrauen und Wimpern) betroffen sein. In den häufigsten Fall kann es bei den Betroffenen zu Kahlstellen kommen, wobei das nicht immer der Fall sein muss. In vielen Fällen leidet der Betroffene auch unter der Begleiterscheinung "Trichophagie", wobei die Haare verschluckt werden oder aber die Mundgegend berühren muss, bevor sie entsorgt werden.
Schmerzen nehmen die Betroffenen dabei kaum bis gar nicht wahr und wenn sie gefühlt werden, werden sie als angenehm befunden oder aber ignoriert. Auffällig ist, das die Störung in der Zeit der Pubertät zum ersten Mal erscheint, jedoch kann Trichotillomanie in jedem Alter auftreten. Bis jetzt wurden noch nicht geklärt, warum sie am Häufigsten in der Pubertät auftritt. Man vermutet die verändernde Hormonzusammensetzung als einer der Gründe dafür, bewiesen ist dies noch nicht.
Häufig sind auch Depressionen und verschiedene Angststörungen eine der Begleiterkrankungen.
Trotz der vielen Übereinstimmungen mit verschiedenen Zwangsstörungen gehört Trichotillomanie nicht in diese Sparte, da bei Zwangsstörrungen auftretende Zwangshandlungen und Zwangsgedanken als unangenehm und quälend beschrieben werden, während ein Großteiler der an Trichotillomanieerkrankten sich seiner Handlung nicht bewusst sind.
Nur etwa ein Drittel gibt an, einen Drang nach dieser Handlung zu spüren, wie etwa eine Reizung der Kopfhaut oder das Jucken eben dieser. Häufig wird das Rausreißen seiner eigenen Haare auch zum Streßabbau benutzt oder um einem Leergefühl entgegen zu wirken.

Warum habe ich Trichotillomanie?

Bis heute wurde noch kein genauer Grund festgestellt, warum Menschen die Impulskontrollstörung Trichotillomanie haben. Man geht in vielen Einzelfällen davon aus, das es unterschiedliche Auslöser haben kann. Etwa traumatische Erlebnisse in der Kindheit, wie etwa den Tod einer nahestehenden Person, Missbrauch oder andere schwierige Erlebnisse. In vielen Fällen gibt es aber auch subtilere Geschehnisse im Leben, die zu einem verminderten Selbstwertgefühl führen, welches wieder Trichotillomanie auslösen kann.
Ein weiterer Grund kann auch der hohe Streß im Leben der Betroffenen sein.
Neue Studien haben ergeben, dass Trichotillomanie erblich sein kann.

Welche Folgen hat Trichotillomanie?

Wie jede psychische Erkrankung leiden die Betroffenen mehr unter ihrer Störung, als unter ihren Auswirkungen. Oft versuchen Betroffene die auftretenden kahlen Stellen zu verdecken, indem sie sich verschleiern. Auch wird das häufige Ziehen, Zupfen und Drehen der Haare in der Umgebung als lächerlich und störend empfunden. Die Betroffenen versuchen generell jede Situation und Tätigkeit zu vermeiden, die zu einer Entdeckung dieser Störung führen kann. Eine soziale Selbstisolation der Betroffenen kann die Folge sein.
Eine der seltenen Komplikationen kann für die Betroffenen, die unter der Nebenkrankheit Trichophagie leiden, das Verschlucken der Haare sein. Das Sammeln der Haare im Magen kann zu einem Darmverschluss führen. Dies wird als das Rapunzelsyndrom bezeichnet. Häufig kann dies nur mit einer Operation gelöst werden.

Gibt es eine Behandlung?

Eine richtige Behandlung für Trichotillomanie gibt es bis jetzt noch nicht. Eine Prognose ist allerdings im Allgemein immer eine gute Idee. Generell wird eine Minderung des Stressniveaus empfohlen. Dies kann durch Entspannungstechniken, wie Meditation, Autogenes Training oder Muskelentspannung erzielt werden.
Liegt eine schwere Beeinträchtigung der Lebensqualität oder aber eine sehr schwere Isolation vor, so wird eine psychotherapeutische Behandlung empfohlen. Ebenso eine medikamentöse Maßnahme.

Ich habe jemand in meinem Umfeld, der an Trichotillomanie leidet. Was kann ich tun?

Erst einmal solltest du ihn nicht anders behandeln, nur weil du weißt, was Trichotillomanie ist. Generell ist ein Gespräch in aller Ruhe, indem du ihm sagt, dass dich das absolut nicht stört, eine gute Sache. Ansonsten gilt immer das Wörtchen "Geduld". Geduld mit ihm oder ihr. Jeder Mensch öffnet sich selber, wann er möchte und spricht auch darüber, wann er möchte. Provoziere ihn nicht, indem du ihm Namen hinterher ruft, die ihn verletzten könnten. Das würde die Sache nur schlimmer machen!

Ich habe Trichotillomanie! Was kann ich tun?

Am besten ist es, wenn du mit einem Arzt darüber sprichst. Suche dir einen Arzt, der beschult in Impulskontrollstörungen ist und lass dich beraten und dir helfen. Versuche deinen Stress zu reduzieren und dich am Tag auch zu entspannen. Weiterhin hilft Vaseline in deinen Haare und an deinen Fingern. Das hilft gegen das Ziehen. Weiterhin hilft das Tragen von Tüchern und Perücken, sowie das Tragen von leichten Wollhandschuhen.
Weitere Tipps und Tricks für dich in deinem Alltag findest du >>hier<<. Ansonsten kann ich dir noch einen persönlichen Rat geben: Jeder Mensch hat schlechte Tage. Ärgere dich nicht darüber, dass ein Tag nicht so gelaufen ist, wie du wolltest und du dich wieder beim Reißen erwischt hast. Versuche jeden Tag dein dir Bestes.

Weitere Links zum Thema Trichotillomanie findet ihr hier:

- Michaela

Montag, 29. Juni 2015

Allzeit-Wünsche

Wünsche hat doch jeder von uns, oder? Große Wünsche, kleine Wünsche, riesen Wünsche, Mäuschenwünsche. Ob nun mental oder materialistisch, der Mensch wünscht. Und da ich immer wieder gefragt werde, was ich mir denn wünsche, habe ich mir mal Gedanken gemacht. Vorbei mit dem dämlichen Rumgerate, Leute! Hier könnt ihr mal drauf schauen ☻.
1. Ein Schwangerschaftsshirt, denn langsam wird die Kugel größer. Klar! Das Heinzelmännchen im Bauch wächst und wächst und das soll es auch. Allerdings werden all meine Tshirts so langsam bauchfrei. Umstandskleidung muss her. Passend, funktionell und schick soll sie bitte sein. Gar nicht so einfach...

2. Eine Uhr. Sonst habe ich immer mein Handy mit, aber ich bin so flusig mit dem, dass das häufig mal nicht aufgeladen ist. Darum muss eine Uhr angeschafft werden. In Silber bitte und schick. Am liebsten mag ich breite Uhren. Zierliche sehen bei meinen großen Händen einfach blöd aus. 

3. Ein Tangle. Wer die Tangles nicht kennt, hier eine kurze Beschreibung: Ein Tangle ist ein Streßspielzeug, bei dem man die Oberflächen unterschiedlich drehen kann. Oftmals haben die drehbaren Oberflächen auch andere Texturen. 
Am schönsten finde ich die Metallicreihe, macht so richtig was her. Am liebsten hätte ich einen in Silber.

4. Zombillennium! Ein französischer Comic aus dem Hause Ehepa. Wer Skip the use kennt, kennt auch den Comic. Für alle die es nicht kennen, ihr habt was verpasst! Hier könnt ihr es nachholen.

5. Faber Castells Polychromos. Hrhrhr. Was Dior und Chanel im Makeup und Modebereich sind, sind die Polychromos in der Künstlerszene. Ich sabbere jedes Mal bei Karstadt, wenn ich vor ihnen stehe. Mag haben, mag haben, mag haben!

6. Kerzenständer von H&M. Ich liebe das Design. Wirklich. Es ist so schlicht und toll ☻ 

Eigentlich ziemlich bescheiden oder? Vieles davon wünsche ich mir schon länger, manches kürzer. Vielleicht kommt ja irgendwann der Tag und ich darf mit neuen Wünschen hier ankommen ♥

- Michaela


Freitag, 26. Juni 2015

[LoveWins] USA folgt Irlands Beispiel

Vor 2 Stunden verkündete die USA, dass nun die gleichgeschlechtliche Ehe in all' ihren Staaten erlaubt ist.
Hut ab, Amerika davor.
Mir stellt sich nur die Frage, warum Deutschland das nicht schafft. Sind wir so verbohrt, prüde und konservativ, dass wir das nicht hinbekommen?
Oder haben all die Politiker Angst Stimmen zu verlieren, wenn sie die "Ehe für Alle" unterstützen?
Mich stimmt das ziemlich traurig. Es sollte jedem frei stehen zu lieben und zu heiraten wen er oder sie will. Und nicht wen die Politiker als würdig erachten.


[TAG dir's] 50 Fakten über mich


Im Internet  kursieren ja allerhand TAG's herum und schwanken immer mal wieder von dämlich bis hin zu lustig. Den 50 Fakts about me TAG finde ich persönlich aber am Besten! Darum musste ich auch gleich mitmachen.

1. Ich bin Linkshänder und auch sehr stolz darauf. Umso trauriger war ich, dass mein Sohnemann dieses Gen nicht geerbt hat. Vielleicht klappt es ja beim Nächsten :D!

2. Ich bin ein Serienjunkie. Wirklich... Meistens habe ich auch eher zum Putzen eine Serie an, als Musik. Und ich wünschte, ich hätte einen Laptop, damit ich auch beim Abwasch Serien schauen kann.

3. Ich finde meine Naturhaarfarbe einfach nur langweilig. Blond ist nicht so meine Farbe.

4. Meine Haare färbe ich mir schon seit über 12 Jahren. Mit 13 habe ich das erste Mal angefangen. Mittlerweile habe ich auch fast alle Farben durch.

5. Am Liebsten mag ich weiße Möbel und Pastellfarben dazu.

6. Ich streiche meine Möbel selber um und ändere sie mir so lange, bis sie mir gefallen.

7. Ich glaube nicht an Horoskope.

8. Durch meine Mann bin ich auf Comics gekommen.

9. In meiner Freizeit male ich gerne und viel mit Öl- und Aquarellfarben.

10. Mit 16 hätte ich einmal fast ein Kunststipendium bekommen. Allerdings war meine Mutter dagegen und ich habe ihr es noch immer nicht verziehen.

11. Wenn mich ein Film begeistert, zitiere ich gerne aus ihm und schaue ihn mir mindestens 999x danach an. Im Moment fesselt mich The Kingsmen.



12. Ich besitze einen Tumblr-Account und einen Tumblr-Blog.

13. Ich werde euch niemals von dem die URL sagen :D!

14. Serien schaue ich mir am Liebsten in Englisch an.

15. Ich spreche 3 Sprachen mittlerweile fließend. Eine davon (Französisch) habe ich mir selber beigebracht. Aktuell übe ich mich im Spanisch.

16. Manchmal fällt mir nur das englische Wort für etwas ein, was meinem Mann immer sehr amüsiert.

17. Ich habe furchtbaren Heuschnupfen und eine Hausstauballergie. Darum kann ich den Frühling nicht leiden.

18. Als Kind war ich auf 4 Kuren. Ich habe jede einzelne davon gehasst.

19. Ich habe eine ältere Schwester, die ich als Kind immer nur "Sanna" genannt habe. Sie nannte mich immer nur "Michel".

20. Es hat 24 Jahre gedauert, bis ich mich an meinem Namen gewöhnt habe.

21. Mein Handy ist ein Iphone 4, bei dem ich eigentlich nur die Musik- und Fotofunktion nutze.

22. Ich hasse telefonieren.

23. Noch schlimmer finde ich es zu skypen. Ich weiß meistens nie, was ich dann sagen soll.

24. Seit ich klein bin, habe ich chronische Rückenschmerzen, weil meine ehemalige Sportlehrerin ihn mir damals kaputt gemacht hat.

25. Als Teenager wurde ich stark gemobbt. Heute kann ich sowas nicht mit ansehen und muss dann eingreifen.

26. Ich bin leicht zu unterhalten. Wirklich leicht...

27. Manchmal glaube ich, ich hätte ein Mann werden sollen. Mit Frauen komme ich nämlich selten klar. Meistens verstehe ich sie nämlich nicht.

28. Ich bewundere immer all die ordentlichen Wohnungen meiner Familie und egal wie sehr ich mich anstrenge: Bei mir sieht das nie so aus.

29. Wäsche waschen und Abwaschen sind meine Hassaufgaben im Haushalt.

30. Bevor ich verheiratet war, habe ich nie vorher wirklich gekocht. Mittlerweile liebe ich es!

31. Mit 18 bin ich mit 2 Freunden mal zur Leipziger Buchmesse gewesen. Allerdings sind wir mit den Regionalbahnen dort hingefahren und waren 8 Stunden unterwegs dahin. Zurück haben wir 10(!!!) gebraucht.

32. Als ich frisch 18 war, habe ich mir aus Trotz meine Haare schwarz gefärbt, weil ich das nie bei meiner Mutter durfte.

33. Ich habe Punkt 32 nie bereut :).

34. Ich laufe immer barfuß. Socken und Hausschuhe kann ich nicht leiden.

35. Meine Familie ist deshalb auch immer besorgt, dass ich mich deshalb erkälte irgendwann :D.

36. Ich kann keine Hosen bügeln. Egal wie sehr ich das versuche.

37. Ich habe eine Laktoseintoleranz und bis vor kurzen auch eine Weizenunverträglichkeit. Durch meine Schwangerschaft hat sich die Letztere verbessert und ehrlich gesagt, ich fürchte mich davor, dass sie irgendwann nach der Geburt wieder kommen wird.

38. Seit über 15 Jahren schreibe ich nun Rollenspiele. Angefangen habe ich mit einem College-block und einer Freundin.

39. Ich spiele gerne Onlinespiele.

40. Ich kann Traktor und Gabelstapler fahren und habe für beides sogar einen Führerschein. Allerdings habe ich kein Autoführerschein...

41. Ich saß bereits mit 4 Jahren hinter dem Lenkrad eines LKWs.

42. In dem Alter fing ich auch einen lebenden Fuchs und habe ihn stolz meinem Opa präsentiert. Meine Oma bekam dadurch fast einen Herzinfarkt...



43. Als Kind habe ich mich lieber geprügelt und draußen auf der Wiese gespielt, anstatt Kaffeekränzchen zu halten.

44. Ich wurde zwar in Hamburg geboren, habe aber die ersten sieben Jahre fast ausschließlich in Ostfriesland gelebt. Deshalb empfinde ich Hamburg auch nicht als meine Heimat.

45. Ich bin stolz auf jede meiner Entscheidungen. Egal wie dumm sie waren. Eben weil sie mich geprägt haben.

46. Momentan wird bei uns am Haus gebaut und der Lärm triebt mich manchmal in den Wahnsinn.

47. Vor allem wenn ich telefonieren muss!

48. Ich kann Bier nicht ausstehen und trinke am Liebsten (im Alkoholischen Fall) Cocktails.

49. Ich bin schlecht in Kopfrechnen. So! Nun ist es raus.

50. Ich bin gerade sehr froh, dass ich durch bin...



Dienstag, 23. Juni 2015

[Serientipp] iZombie - Denn sie leben unter uns!



Hallo und Herzlich Willkommen!

Stell dir mal vor, du gehst ahnungslos zu einer Party und wachst als ein Zombie auf. Statt unbändigen Hunger auf Cocktails und Döner magst du auf einmal nur Hirn mit scharfer Soße essen.
Irre? Ja! Aber genial.



Denn genauso beginnt die neue Serie "iZombie" aus dem Haus CW, die ihre Prämiere am 17. März 2015 gefeiert hat. Wer sich nun sagt, das ihm aber der Titel und die folgende Story irgendwie bekannt vorkommt, der mag nicht ganz unrecht liegen, denn iZombie ist eigentlich ein Comic von DC. Geschrieben und gezeichnet von Chris Roberson und Michael Allred. 
Kaum lief die Pilotfolge, schossen auch schon die Einschaltquoten in die Höhe. Insgesamt 2,3 Millionen Zuschauer schauten sich die erste Folge an. Wahnsinn!
Auch die restlichen Folgen erzielten gute Ergebnisse und machten iZombie zu einer der momentansten erfolgreichsten Serien, direkt nach The Flash.

Aber worum geht es eigentlich?

Zombies, Zombies, Zombies! Und mitten drin Liv Moore, die eigentlich nur auf eine Party gehen wollte und als Zombie am nächsten Morgen aufwacht. Doch anders als die normalen Zombies im TV, weiß sie noch wer und was sie ist.
Wobei ist die Verlobung zu ihrem Liebsten Major und vorbei ist die Doktorantenstelle im Krankenhaus. Denn Liv muss Gehirn essen, um bei Verstand zu bleiben. Und um diese zu bekommen, nimmt sie eine Stelle in der Gerichtsmedizin an. Schnell freundet sie sich mit ihrem Boss Dr. Riv Chakrabarti an, doch dieser kommt hinter ihren Geheimnis. Liv sieht sich selber schon auf dem Obduktionstisch liegen, doch Riv will ihr helfen, das Zombiesein zu bekämpfen und toleriert es sogar, dass sie ab und zu sich an ihren "Kunden" gütlich tut.  Endlich freien und unbegrenzten Zugang zu Gehirnen? Denkste! Denn das Essen von Gehirnen hat unbekannte Nebenwirkungen. Liv durchlebt den Tod der Menschen hautnah in Visionen und auch ihre Persönlichkeit nähert sich dem an, was ihre Opfer einst waren. Liv kommt zu dem Entschluss, dass sie helfen will die Morde an den Toten aufzuklären und ab da an unterstützt sie den Detektiv Clive Babineaux in seinen Fällen. Und wie? Sie gibt sich als Hellseherin aus. Na, wenn das mal gut geht!
Doch noch denkt Liv, sie ist der einzige überlebende Zombie, bis irgendwann ihr Erschaffer Blaine auftaucht und einen Rattenschwanz Ärger nach sich zieht...

Warum unbedingt anschauen?

Weil Rose Mclver uns nicht nur in "Once upon a time" als Tinkerbell begeistert hat, sondern auch Liv grandios rüber bringt! Zusammen mit einzigartigen schwarzen Humor, einem tollen Bühnenbild und fantastischen schauspielerischen Leistungen macht das "iZombie" zu einer Serie, die jeder Zombie-Fan gesehen haben muss. Und außerdem: Zombies! Wenn das mal nicht überzeugt :).

Derzeit läuft iZombie noch nicht im deutschen Fernsehen, allerdings sicherte sich ProSieben bereits im April die Ausstrahlungsrechte. 


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Sonntag, 21. Juni 2015

Gedankengut #2 Blicke

Nieten, bunte Haare, schwarze Kleidung. Spitze, Tüll, Samt. Chucks, Militärboots, Nietenstiefel. Fledermauskette, Totenköpfe, Augäpfel.
Wenn ich den Sohnemann aus dem Kindergarten abhole, falle ich auf.
Wenn ich einkaufen gehe, falle ich auf.
Wenn ich draußen auf den Kita-Bus warte, falle ich auf.
Ich falle immer auf.
Ich spüre die Blicke in meinen Rücken. Spüre, wie sie über meinen Rock gleiten, an dem Nieten und Ketten hängen. Wie sie über das Samtoberteil gleiten, kurz bei meinem Schmuck Halt machen und schließlich an meinem Haarschmuck verweilen. Ich höre das Getuschel hinter meinem Rücken und die Sätze, die sie mir nach rufen.
Ich trage mein Lieblingsoutfit. Die Sorte, wo ich mich tierisch wohl drin fühle und ich weiß, dass bin ich. Ein langer Rock, eine Lederleggings unter (Wo war nochmal der Sommer?), mein Oberteil mit Samt und Fledermausärmeln. Dazu Nietenschmuck und Nietenhaarreif in meinen Haaren. Nur meine Hausschuhe passen nicht dazu. Aber das ist okay, ich warte ja nur vor der Tür auf dem Bus.
Ich wohne dicht an einem der Brennpunkte meiner Stadt. Etwa 10 Meter Luftlinie trennen uns. Ich falle hier auf. Keiner läuft hier so herum. Selten begegne ich einem Punk.
Die meisten hier hüllen sich in Jogginghosen und bauchfreien Tops. Den Herren möchte ich die Hosen immer gerne nach oben ziehen.
Im Kindergarten nicht anders. Der Sohnemann geht in einen Kindergarten weiter weg. Dort bin ich die jüngste Mutter. Selbst die Erzieher sind alle älter als ich. Gehe ich das Kind abholen, werde ich von Müttern und Erziehern angestarrt. Selbst wenn ich unauffällig gekleidet bin. Meine Jugend und meine Haare stechen raus.
Für die Kinder bin ich immer der Hit. Mit großen Augen bestaunen sie mich und hole ich den Sohnemann aus der Kita ab, so bin ich umringt von Kindern, die mir Fragen stellen oder Dinge erzählen wollen.
Und ich mag das. Ich mag die Neugierde und die Offenheit der Kinder. Und traurig frage ich mich manchmal:
Wann verliert man diese Offenheit fremden Dingen gegenüber und wann begingen wir sie zu kritisieren?"

- Michaela


Quelle Pinterest


Freitag, 19. Juni 2015

Let's talk about: Laktoseintoleranz und warum man sie nicht ignorieren sollte

Quelle: CartoonStock



"Voll intolerant bist du, ey!"

Heute muss ich euch ein furchtbares Geständnis machen. Eines das so furchtbar ist, dass ich mich kaum wage es auszusprechen.
Ich bin nämlich intolerant. Und zwar furchtbar.
Und meine größte Abneigung habe ich der Zielgruppe C12H22011 gegenüber. Und für all die, die nun verwirrt darüber sind, warum ich jetzt über eine Intoleranz sprechen möchte, hier eine kleine Aufklärung.

Bei C12H22011 handelt es sich um die chemische Formel für Laktose. Laktose (auch unter dem Namen Milchzucker bekannt) ist einer der vielen chemischen Bestandteile unserer Milch.
Laktose ist eine kristallähnliche, farblose Substanz, die leicht süßlich schmeckt. Laktose kann man aus vielen Formen von Milch gewinnen (sie ist ein Hauptbestandteil jeder Milch, unter anderem auch der Muttermilch), in Deutschland wird sie allerdings aus Kuhmilch gewonnen. Dabei wird die Süß- oder Sauermolke der Milch erhitzt und die Laktose mit einer chemischen Reaktion von Lipiden, Proteinen und Mineralstoffen befreit, anschließend in einem Vakuum eingeengt und die Lactose einzeln heraus kristallisiert.
Damit der Körper Laktose verwerten kann, muss er in der Verdauung die Zuckersorten D-Galactose und D-Glucose spalten. Hierzu ist das körpereigene Enzym Lactase notwendig.

Warum erzähle ich euch das?

Laktose kommt in vielen unserer Nahrungsmittel vor, weil sie ein günstiges Süßungsmittel ist. Unter anderem wird auch Lakritze mit Laktose versetzt, um diese süßer zu machen.
Nun kommt es aber, dass nicht jeder Mensch auf der Welt das körpereigene Enzym Lactase bilden kann. Gerade im fortgeschrittenen Erwachsenenalter bildet der Körper immer weniger Lactase, so dass der Körper die Laktose nicht mehr aufnehmen und verdauen kann.
Ist dies der Fall, so spricht man von einer Laktoseintoleranz oder einer Laktoseunverträglichkeit.

Warum kann mein Körper keine Lactase bilden?

Es gibt verschiedene Ursachen dafür.
Unter anderem kann ein Laktasemangel (absolute Laktoseintoleranz) durch einen Gendefekt angeboren werden. Dabei handelt es sich aber um eine der selteneren Erbkrankheiten, die ab dem ersten Tag erkennbar ist. Dazu gibt es auch die Variante, wo zwar Lactase gebildet wird im Körper des Säuglings, aber nicht ausreichend genug. Hier spricht man von einer Teil-Intoleranz. Bei dieser kann der Körper nur geringe Mengen von Laktose aufnehmen.

Ein weiterer Grund kann auch der sekundäre (vorrübergehende) Intoleranz sein. Dies ist eine der häufigsten Gründe für ein Lactase-Ungleichgewicht.
Die Ursachen dafür sind zahlreich. Unter anderem kann sie durch eine Erkrankung des Verdauungssystem ausgelöst werden, so wie durch chronische Krankheiten, Medikamenten- und Alkoholmissbrauch. Auch eine Chemotherapie, sowie eine Mangelernährung kann dies auslösen.

Was passiert, wenn ich meine Intoleranz ignorieren und hohe Mengen von Laktose konsumiere?

Abgesehen davon, dass ihr eure Nierenfunktion zerstören könnt dadurch, reagiert euer Körper sehr heftig auf die Einnahme von Laktose. Die häufigsten Folgen davon sind;
- Gliederschmerzen
- Müdigkeit
- Depression
- Magenkrämpfe
- Übelkeit und Erbrechen
- Durchfälle und Blähungen
- Kopfschmerzen
- Schwindelgefühl
- Nervosität und Schlafstörungen
- Akne
- und und und.
Zudem können andauernde Magenprobleme die Magen- und Darmschleimhaut reizen, sodass es zu einer Störung bei der Aufnahme von wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen führen kann, gegenfalls treten auch Infektionen auf.

Woran sehe ich, dass ich eine Intoleranz habe?

In erster Linie kann man eine Selbstdiagnose tätigen. Wer häufig unter den oben aufgelisteten Krankheitssymptomen leidet, kann mit Hilfe einer strikten Keine-Milch-Diät sich selber testen. Dafür verzichtet man über einen längere Dauer auf sämtliche Milchprodukte.
Ein weiterer Test ist die Einnahme von gelösten Milchzucker nach der Diät. Treten innerhalb von wenigen Stunden die Symptome wieder auf, ist ein Gang zum Arzt dringend erforderlich. Denn nur dieser kann eine Laktoseintoleranz zu 100% Wahrscheinlichkeit feststellen.

Ich will aber Milch trinken!

Für Laktoseintolerante gibt es spezielle Milch auf dem Markt, die es mittlerweile in jedem Supermarkt zu finden gibt. Bei der sogenannten Minus-L (Keine Laktose) Milch wird die Laktose durch starkes Erhitzen zerstört. Zudem sollte man auch auf Jogurth, Käse, Butter und co verzichten und lieber zu laktosefreien Lebensmitteln greifen. Jeder gut sortierte Supermarkt bietet extra Regale für Intolerante.
Auch bei Schokolade und anderen Süßstoffen sollte man auch die Inhaltsstoffe achten. Ist Milchzucker enthalten, sollte man sie nicht nehmen. Generell gilt: Alles was Milch enthält, meiden. Ihr tut eurem Körper keinen Gefallen sonst.
Eine Alternative zu der Ernährungsumstellung sind Präparate, die eurem Magen künstliche Lactase zu führen. Diese bindet sich dann mit der Laktose in eurem Körper und zusammen werden sie normal ausgeschieden. Allerdings warnen Ärzte vor diesen Präparaten, da sie keine Dauerlösung sein sollten. Lieber sollte man auf seine Ernährung achten, als Chemie zu schlucken.
Ist man sich nicht sicher, welches Lebensmittel Laktose enthält, so kann man einen Blick auf diese Liste werfen. Alternativ kann man bei dem meisten Lebensmittelherstellern nachfragen.

Wer ansonsten noch Fragen zu seiner Intoleranz hat, dem empfehle ich einen Gang zu seiner Krankenkasse oder einen alternativen Blick auf folgende Links:

http://www.nahrungsmittel-intoleranz.com/laktoseintoleranz-informationen-symptome/laktosegehalte-verschiedener-lebensmittel.html

http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/die-richtige-ernaehrung-bei-laktoseintoleranz-die-mischung-macht-s-a-889209.html

Und natürlich Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Laktoseintoleranz


- Michaela



Fünf Jahre

Heute hat mein Sohnemann Geburtstag. Ganze fünf Jahre wird er schon und freut sich darüber wie blöde.
Verständlich für mich, verständlich für den Herr Ehemann, verständlich für Oma, Opa, dem Kindergarten. Alle freuen sich und ich... Ich komme ins Grübeln.

Fünf Jahre. Fünf Jahre sind nicht nur eine lange Zeit, sie entspricht auch der Zeit, die ich nun meinen Sohnemann an meiner Seite habe. Sie entspricht zudem auch die Zeit, die ich verheiratet bin mit dem Herrn Ehemann.
Hätte man mir vor etwas über sechs Jahren gesagt, dass ich um diese Zeit glücklich und zufrieden sein- und fröhlich Lego aufräumen, Kindermund abputzen und selbst gemalte Bilder in den Himmel loben würde, ich hätte wohl laut gelacht. Sehr laut. Und sehr unglaubwürdig.
Damals habe ich nicht nur auch einen Gedanken daran verschwendet ein Kind zu haben. Geschweige denn, den Herrn Ehemann zu heiraten. Ich hatte andere Pläne. Ich hatte Pläne von Reisen und Freiheit und Luxus.
Eine Familie hieß damals für mich Zwang, weil ich es nicht anders kannte. Und ich war damals furchtbar dämlich.
Heute hat sich mein Blickwinkel auf all die Dinge verschoben. Reisen müssen nicht mehr sein. Zeit mit meiner Familie ist für mich das kostbarste Gut. Freiheit ist für mich fünf Minuten Ruhe und ein gutes Buch mit einer guten Tasse Tee. Luxus ist es mein Sohn zu betrachten, während dieser vertieft in sein Spiel ist.
Fünf Jahre (naja, knapp sechs eigentlich) ist all diese Veränderung her und wenn ich so darüber nachdenke... Ich möchte nichts ändern. Ich möchte meinen nun großen Jungen nicht missen. Ich möchte nicht all die tollen Momente mit meinem Mann verpassen. Ich würde alles Geld dafür hergeben, dass das so bleibt.
Und wisst ihr was?
Auf einmal kommen mir diese fünf Jahre ziemlich kurz vor und mit Stolz betrachte ich mein großes Kind. Kaum glaubend, dass es mein kleines Baby mal war.

- Michaela